Therapeutisches Klettern

Wenn Therapeuten in der Vergangenheit über Klettern nachdachten, fielen ihnen Attribute wie “sehr komplex”, “aufwendig” oder “gefährlich” ein. Beim modernen Therapeutischen Klettern fallen dagegen die Begriffe “motivierend”, “steurbar” und “universell einsetzbar”.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Autor am Beispiel eines Impingement-Syndromes am Schultergelenek.

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Erfahren Sie mehr über die Klettertherapie

Was ist therapeutisches Klettern?

Therapeutisches Klettern wird oftmals als Therapieinstrument für Bewegungstherapie zur Prävention, Rehabilitation oder Regeneration in der Physiotherapie und Ergotherapie eingesetzt. Ziel der Therapie ist es, den gesamten Bewegungsapparat zu trainieren und zu stärken. Das Klettern wird funktionelles Training genutzt und neben Koordination des Körpers wird auch die Konzentration und die Motorik aktiv geschult. Das Training selbst findet an therapeutischen Kletterwänden statt und wird dabei auf verschiedene Therapieziele abgestimmt.

Wie funktioniert Therapeutisches Klettern?

Wie kann ich Therapeutischen Klettern sicher, einfach und gezielt in meine Praxis integrieren? Jens Brünjes, Physioclimb-Instruktor und Mitglied im Physioclimb-Kompetenzteam erklärt, wie variabel und steuerbar das therapieren mit Hilfe des  Potsdamer Modells gestaltet werden kann: MTT trifft auf Bouldern

Praxisübung "ImpingementSyndrom"

Für die Fachzeitschrift PT demonstriert Jens Brünjes einen möglichen Therapieverlauf am Fall­beispiel eines Impingement-Syndroms am Schultergelenk.Von leichten Übungen über Traversieren und schräges Aufsteigen bis zu komplexen Übungen mit dem Theraband.

pt-Fachvideo: Interview mit Physioclimb

Wie und bei welchen Krankheitsbildern kann Therapeutisches Klettern in der physiotherapeutischen Praxis angewendet werden? Jens Brünjes steht im Interview Rede und Antwort.

Vieles spricht für uns

“Wir setzen das flexible Klettersystem von Physioclimb seit nunmehr einem Jahr als gelenkschonende Ergänzung in der prä- und postoperativen Trainingstherapie ein. Sowohl unsere Patienten als auch die physio- und trainingstherapeutischen Kollegen schätzen das motivierende Design. Produkt und Konzept sind absolut zielführend.”

Dr. Frank Becker

Leitender Oberarzt im Orthoparc, Köln

“Für mein Team und mich ist das Therapeutische Klettern ein großer Gewinn. Es bereichert das Angebot und macht auch uns Therapeuten Spaß. Das finde ich ganz wichtig. Mit dem Potsdamer Modell, dem Praxisbuch und der Schulung ist der Einstieg sehr praxisnah”

Johann Spanier

Inhaber von "die beweglichmacher" in Köln

“Ich hätte nicht gedacht, dass wir schon so schnell so variabel und indikationsbezogen mit dem Therapeutischen Klettern loslegen können. Für unser Zentrum ist Physioclimb ein kompetenter Partner mit einem passgenauen System aus Equipment und Fortbildung.”

Cornelia Schorr

Physiotherapeutin vom Reha-Zentrum Rosenheim

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Wirkung

Training

Ganzheitliches und dynamisches Muskeltraining

Beim Klettern ist es unmöglich, eine bestimmte Muskeln oder Muskelgruppe zu isolieren. Es wird immer, basierend auf der diagonalen Bewegung, der ganze Körper genutzt. Ziel ist es also, bei den Übungen auf bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen zu fokussieren – auch wenn komplette funktionelle myofasziale Ketten (Schlingen) involviert sind. Es kommt zu einer Re-adaption der geschädigten, bzw. geschwächten Struktur und verbessert gleichzeitig den ganzen Bewegungsapparat in seiner Leistungsfähigkeit. Relativ wenig Unterstützungsfläche und Anforderungen an alle vier Extremitäten sowie den Rumpf (core stability) verbessern sowohl die Motorische Kontrolle als auch die Postulate Kontrolle.

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Therapie

KLETTERTHERAPIE

Geschlossene Kette der Klettertherapie

Beim Klettern findet die komplette Therapie in der sogenannten „geschlossenen Kette“ statt. Dadurch ist eine translatorische Komponente auf das Gelenk reduziert und somit gelenkschonend auch in frühen Reha-Phasen stabilisierend einsetzbar. Trotz Trainierens in einer geschlossenen Kette stellt das therapeutische Klettern sehr hohe koordinative Anforderungen. Das Gleichgewicht wird dabei extrem gefordert und gefördert. Die geringe Unterstützungsfläche induziert ein hohes Maß an Koordination des Gesamt-Körperschwerpunkts. Aufgrund dynamischer Muskelarbeit des therapeutischen Kletterns werden alle notwendigen Bereiche des Körpers trainiert und gestärkt.

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Motivation

Abwechslungsreich

Verbesserung und Förderung der Koordination und dem Gleichgewicht

Klettern macht Freude! Und Klettern ist in unserem sensomorischen System basal angelegt (Krabbeln, Reptilienbewegung). Durch die unterschiedlichsten Klettertherapieübungen wird trotz koordinativer und konditioneller Beanspruchung eine hohe Bewegungsfreude erzeugt. Erfahrungen zeigen, dass etwa beim Einsatz des Therapeutischen Klettern in der Rückenschule eine hohe Nachhaltigkeit erzeugt werden kann. Patienten aller Altersstufen finden an dieser Bewegungsform so viel Bestätigung und Motivation, dass sie nach der Therapie weiterhin Klettern gehen.

Anwendungsbereiche Therapeutisches Klettern

Chronische, Bewegungsstörungen & neurologische Erkrankungen

Therapeutische Klettern hilf zu einer besseren Körperwahrnehmung und Koordinationsfähigkeit. Auch für Patienten mit Problemen an Bandscheiben sowie für chronische Schmerzpatienten und Patienten mit Prothesen kann eine Klettertherapie hilfreich sein. 

Komplexbehandlung bei Geriatrie

Therapeutisches Klettern ist zudem eine geeignete Therapieform für ältere Menschen, um die Gedächtnisleistung zu verbessern.

Orthopädische Verletzungen

Ein übliches Anwendungsgebiet sind die Bereiche rund um die Wirbelsäule, die Schultern und Hüfte aber auch die Knie bzw. Gelenke im Allgemeinen.

Kinderheilkunde (Pädiatrie)

Eine Klettertherapie hat sich z.B. in der Behandlung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, sensorischen Integrationsstörungen und Haltungsschwächen genauso etabliert, wie bei Essstörungen, Lernschwierigkeiten oder Autismus.

Die drei Alleinstellungsmerkmale der Klettertherapie

  1. Trainingstherapie Gelenkschonende Trainingstherapie in der geschlossenen Kette bei gleichzeitiger Aktivierung der gesamten dorsalen Rumpfmuskulatur.

  2. Entlastung bei Zugaktivität Traktion in der Wirbelsäule bei Zugaktivität während der Kletterbewegung, Entlastung der Bandscheiben.

  3. Hohe Motivation Extrem hohe Motivationslage und Bewegungsfreude, auch bei Kindern und therapiemüden Patienten.
Therapeutisches Klettern an einer Kletterwand
Therapeutisches Klettern an einer Kletterwand